Bislang gibt es keine Möglichkeit, CADASIL zu heilen. Dies könnte sich mit dem wachsenden Wissen über die Mechanismen der Erkrankung eines Tages ändern. Allerdings ist noch nicht absehbar, wann dies sein wird. Der Verlauf der Erkrankung lässt sich trotzdem beeinflussen. Besonders wichtig ist alle zusätzlichen, schädigenden Einflüsse auf die Gefäße zu reduzieren. Im Vordergrund steht hier beispielsweise das Zigarettenrauchen.

Auch viele Symptome von CADASIL lassen sich wirkungsvoll bessern: So können Migräneattacken mit den gängigen Kopfschmerzmittelen behandelt werden (vermeiden sollten Sie allerdings Ergotaminpräparate und die sogenannten Triptane). Depressionen und auch Gedächtnisstörungen sind ebenfalls erprobten Medikamenten zugänglich. Die Verordnung dieser Medikamente sollte durch einen erfahrenen Neurologen oder Psychiater erfolgen. Auch nichtmedikamentöse Therapieformen sollten bei entsprechenden Beschwerden genutzt werden: So lassen sich durch Krankengymnastik, Sprach-/Sprechtherapie (Logopädie), und Beschäftigungstherapie Symptome der Erkrankung oftmals günstig beeinflussen. Fragen Sie Ihren behandelnden Neurologen danach!

Noch ungeklärt ist, ob CADASIL-Patienten von einer Behandlung mit "blutverdünnenden" Medikamenten profitieren: Wir empfehlen derzeit bei Patienten mit einem bereits stattgehabten Schlaganfall die Einnahme einer geringen Dosis von Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®), da bei anderen Schlaganfallpatienten das Risiko eines erneuten Schlaganfalls dadurch nachweisbar gesenkt werden konnte (sogenannte Sekundär- oder Rezidivprophylaxe). Bitte besprechen Sie die Möglichkeiten der Behandlung immer mit Ihrem Arzt.

Was können Sie selbst tun, um dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken? Worauf sollten Sie achten?

Für jeden Betroffenen sollte es ein wichtiges Ziel sein, steuerbare, schädliche Einflüsse auf die Blutgefäße zu minimieren. Zu den erwiesenermaßen schädlichen Einflüssen gehören: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörung, Übergewicht, mangelnde körperliche Aktivität. Dies bedeutet: Rauchen sollte beendet werden. Blutdruck, Blutzuckerwerte und Cholesterinwerte sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert und ggf. gezielt behandelt werden. Auch die "Pille" stellt einen Risikofaktor dar. Deshalb sollten Frauen - wenn möglich - auf deren Einnahme verzichten oder ggf. auf ein Präparat mit niedrigerem Östrogenanteil (Östrogengehalt kleiner 50 µg) wechseln. Darüber hinaus sollte auf eine ausreichende Trinkmenge (2-3 Liter Flüssigkeit pro Tag) geachtet werden. Dies gilt insbesondere für heiße Tage. Regelmäßige körperliche Aktivität (gemäßigter Ausdauersport) stellt eine besonders wichtige Maßnahme dar!